Veronika in Sri Lanka
Phänomäne in Sri Lanka - Menschen

Beerdigung

Hallo ihr Lieben,

morgen geht es für Indrani und mich nach Colombo.
Und heute macht sich Martina schon auf den Weg zu uns.

Gerade habe ich gepackt für unseren kurzen Aufenthalt in Colombo.
Ich habe bestimmt zu viel eingepackt, aber mein Motto ist ja eh: Lieber zu viel als zu wenig!
Zumindest bei Reisegepäck.

Heute Morgen war ich erst noch bei Indrani, aber wirklich weltbewegendes haben wir nicht gemacht.
Da am Nachmittag noch die Beerdigung von Ireens Mutter stattfand, wurde auch nur den halben Tag gearbeitet.
Spontan habe ich mich entschlossen Malani, Yasa , Kanthi, Monika und Reshani, unsere Arbeiterinnen, zu begleiten und auch auf die Beerdigungszeremonie zu gehen.

Die „Feier“ ist schon sehr unterschiedlich und doch war es auch wieder nicht so sehr verschieden.
Im Haus der Familie wurde die Tote offen aufgebahrt. Ich konnte es immer noch nicht über mich bringen, hineinzugehen. Stattdessen haben wir uns ein paar Meter abseits gesetzt.
Für alle Anwesenden haben sie Reis und Curry gekocht.
Und eh ich mich versehe sitze ich auch mit einem Teller da.
Na ja, wenn es die Leute glücklich macht, wenn ich esse…

Nach nicht allzu langer Zeit kamen die Trommler und die Mönche.
Der Sarg wurde herausgebracht und es wurde gebetet und geredet.
Es machte mich traurig Ransi und Ireen zu sehen und nachdenklich.
Nach einer Stunde wurde der Sarg in ein Auto gebracht und die Leute stiegen in ein Bus. Beide mit dem Ziel Matara, wo das Grab liegt.

Wieder zuhause genieße ich noch die letzten Sonnenstrahlen, ein leckeres Abendessen und gute Gesellschaft…

Bis bald, macht´s gut
und viele liebe Grüße aus Sri Lanka
9.12.11 13:52


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Beerdigung

Hallo ihr Lieben,

heute war ich den Tag über bei Indrani und habe vorwiegend Amila bei Qualitätskontrollen und Einpacken von Tisch- und Bettwäsche geholfen.
Und eigentlich mehr so nebenbei habe ich noch eine Beerdigung mitbekommen.

Zwei Tage zuvor, ein paar Häuser weiter (von Indranis Haus), ist eine 80 Jahre alte Dame verstorben, deren Bestattung heute war.
Deshalb war es bei Indrani und im Dorf ein wenig anders als sonst.
Aufgefallen ist mir das schon morgens, auf dem Weg zu Indrani.
Am Eingang zum Dorf hing eine weiße Fahne.
Gut, die hätte da auch per Zufall hängen können, aber das glaube ich nicht.
Des weitere fielen einem DinA4 große Zettel auf, die immer wieder an Mauern oder Pfählen zu sehen waren. Darauf war ein Schwarz-Weiß Bild einer Frau und Text auf Singhalesisch.
Man könnte diese Zettel leicht mit Vermisstenanzeigen oder ähnlichem verwechseln, da mir Indrani schon vom dem Tod der Frau erzählt hat, habe ich mir das Blatt mal näher angesehen.
Und tatsächlich: Auf diesem standen zwei Daten, ein lang vergangenes und ein sehr nahes.
Nicht schwer sich dann zu denken, dass diese Daten Geburts- und Todesdatum der Verstorbenen waren und dass dieses Blatt eher eine Bekanntgabe des Todes und des Begräbnisses war als eine Vermisstenanzeige.

Als ich auf dem letzten Stück Weg zu Indrani war, war noch mehr anders, als sonst:
Ab dem Haus der Verstorbenen war der ganze Weg bis zum Grab mit weißen Fahnen am Wegrand und Blättern, die auf Fäden über dem Weg hingen, geschmückt.

Während ich also bei Indrani arbeitete, konnte ich auch passiv die einzelnen Stationen der Beerdigung mit verfolgen.

Den ganzen Tag über kamen immer wieder Leute angefahren, die, nicht wie wir in Schwarz, sondern in Weiß gekleidet waren.
Gegen 3 Uhr kamen an Indranis Haus dann einige Mönche vorbei.
Sie wurden begleitet von einem Trommler und einem Flötenspieler.
Die Mönche haben dann ungefähr eine Stunde im Haus der Verstorbenen Gebete gesprochen.

Danach wurde der Sarg zum Grab gebracht und dort bestattet.
Dabei werden auf dem Weg, auf dem der Sarg getragen wird, vor diesem immer wieder Tücher ausgebreitet. Das bedeutet auch, dass es am Anfang des Begräbniszuges sehr hektisch zugeht.
Desweiteren wird der Zug von den Trommlern und dem Flötenspieler begleitet.
Die Angehörigen und Freunde gehen neben und hinter dem Sarg her.

Und dann war das ganze schon wieder vorbei.
Ein bisschen merkwürdig war es schon, wenn man diese Trommler und Flötenspieler sieht.
Aber auch wieder ein interessantes Erlebnis. Allerdings bin ich froh, dass ich das alles nicht ganz hautnah miterleben musste und ein wenig Abstand zu den trauernden Angehörigen und Freunden hatte.
So hatte ich dann aufgrund der Beerdigung keinen schlechten Tag.

Aus einem unerfindlichen Grund bin ich nur total müde.
Den ganzen Tag muss ich schon gähnen und weiß nicht warum.
Ich schieb es einfach mal den hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit zu.

Tja, aber ins Bett kann ich noch nicht.
Erst muss ich noch den Unterricht für morgen fertig vorbereiten…
Zum Glück habe ich schon damit angefangen, dann kann ich bald ins Bett, um Morgen früh aufzustehen und das Abenteuer Busfahrt zu starten…

Liebe Grüße aus Sri Lanka, eure Veronika

29.9.11 15:44


Starren

Hallo ihr Lieben,

morgen füh steht wieder eine Deutschstunde an, die ich vorbereitet habe.
Die Essen /Trinken Übung will ich abschließen mit einer Stationsarbeit. (Ja ich schöpfe echt alle Möglichkeiten aus, die ich selbst als Schüler kennengelernt habe von unseren Lehrern und Referendaren.)
Und dann machen wir weiter mit  "Schule und Beruf".
Ich hoffe der Unterricht gefällt ihnen weiterhin.
Ja ansonsten, habe ich mal resümiert über 2 Monate in Sri Lanka, die jetzt rum sind.
Was dabei herausgekommen ist, lasse ich euch bei Gelegenheit wissen....

...aber heute widme ich meinen Artikel den Menschen von Sri Lanka und ihren Eigenarten.
Jaja.
Die Sri Lanker haben schon so einige an Eigenarten, die wir Deutsche nicht immer (sofort) nachvollziehen können.
Es stimmt schon, dass sie immer höflich und freundlich sind, aber heute geht es mir mehr um eine Eigenart, die ein wenig merkwürdig ist und bei einigen mehr und bei den anderen weniger auffällt.
Das Starren.
Auch Deutsche starren. In Deutschland vielen mir immer mehr Männer auf, die einen richtig anstarren. Nicht mustern, einfach nur ein fast durchdringender Blick auf einen (=mich).
Da fragt man sich immer warum tun die das.
Ich hab es immer noch nicht raus.
Das was sich in Deutschland abspielt, ist auch hier in Sri Lanka so.
Nur um einiges Schlimmer oder um wertneutral zu bleiben um einiges öfter.
Als kleines Beispiel starren die Tucktuckfahrer gerne aus ihren Tucktucks heraus, wenn sie an einem vorbeifahren. Und es gibt hier nicht wenige Tucktuckfahrer…
Und hier sind auch die Frauen nicht gefeit vor dem Starren.
Aber auch bei ihnen weniger auffällig.
Ausdrucksloses Starren ist dann wohl doch eine Männersache.
Bei den Sri Lankern ist es auch ganz heftig, da das Weiße in ihren Augen, die mir beim Starren immer irgendwie größer vorkommen, zu ihrer Hautfarbe total kontrastiert und dadurch treten die Augen der Menschen hier noch mehr hervor.
Wenn ich die große Straße zu Indrani überqueren muss, fällt einem das Starren am meisten auf und ist am unangenehmsten. Vor allem, wenn das Starren mit lautstarkem hupen einhergeht.
Natürlich fällt man als Weiße sofort auf.
Deshalb starren ignorieren und lächeln.
Lächeln entwaffnet und die Sri Lanker lächeln auch immer gerne freundlich zurück.

Na dann kann ich nur noch sagen:
Liebe Grüße aus Sri Lanka, eure Veronika.

27.9.11 13:46


Waschen

Hallo ihr Lieben,

und schon wieder ist die Sonne hinter dem Hügel vor meinem Fenster untergegangen und ein weiterer Tag ist vorbei.
Wieder Zeit euch zu erzählen, was ich heute an Eindrücken gewonnen habe.
Ich meine mich im Alltag der Einwohner hier immer besser auszukennen, wenn ich auch bestimmt nicht alles weiß.
Trotzdem ist mir vieles vertraut, vertrauter als vor zwei Monaten auf jeden Fall.
Ich erlebe nicht mehr jeden Tag eine neue Sensation, und doch sind es gerade die Kleinigkeiten, die mich immer noch faszinieren.
Heute habe ich über das Waschen nachgedacht.

Das mag damit zusammenhängen, dass wir bei Malani waren und dort Fotos gemacht haben, von ihrem Kiosk und ihrem Haus.
Als wir gerade ankamen, hat Malanis Tochter an der Waschstelle im Hof ihren Sohn und sich selbst danach geduscht oder gewaschen.

Das konnte man beobachten, weil die Duschen hier nur ummauert sind, aber nicht hoch und an einer Seite offen. Manchmal stehen Duschköpfe einfach nur frei herum, ohne Umzäunung jeder Art. Das ist von Haus zu Haus immer ein bisschen verschieden.
Manche besitzen Brunnen und dabei ist die Dusche. Manche haben als Dusche nur einen Wasserhahn, füllen das Wasser dann in eine Wanne und schütten sich das Wasser dann mit einem Eimer über. Bei vielen ist der Duschkopf am Toilettenhaus angebracht, er kann aber wie oben schon gesagt frei herumstehen. Manche haben einen steinernen Untergrund, andere nur Boden. Allen Duschen gemeinsam ist ihre Einfachheit und dass sie alle im Freien stehen.
Deshalb duschen sich Sri Lanker nur bekleidet.
Selbst Indrani aus Gewohnheit, obwohl sie ein geschlossenes Badezimmer besitzt.

Also war auch beim Zusehen beim Waschen auch nichts Schlimmes dabei.

Ich bin allerdings froh, wenn ich alleine duschen kann und danach nicht meine Kleidung zum Trocknen aufhängen muss.

Damit verabschiede ich mich auch schon wieder,
ich wünsche euch noch einen schönen Abend,
liebe Grüße aus Sri Lanka,
eure Veronika

24.9.11 15:28


Abendrituale

Hallo ihr Lieben.
Wie im Eintrag von vorhin versprochen – hier noch eure Gratis Beilage für Heute

Da es gerade Abend wird und ich genau das gerade eben schon wieder erlebt habe, passt es ja:

Heute widme ich meinen Artikel den Menschen von Sri Lanka und ihren Eigenarten.
Jaja.
Die Sri Lanker haben schon so einige an Eigenarten, die wir Deutsche nicht immer (sofort) nachvollziehen können.
Heute will ich euch von etwas erzählen, was mit dem Abendritual der Sri Lanker zu tun hat.

Eines Abends, ich liege gerade gemütlich auf meinem Bett und lese, das heißt es ist ganz still, ich habe die Türe etwas offen, obwohl es schon dämmert, da höre ich merkwürdige Geräusche von unten.
Da erbricht doch einer. Oder wird er erwürgt? Nein es ist ein Spucken zu hören. Also würgt er selbst und erbricht sich.
Ist einer aus dem Hotel an Bulimie erkrankt oder hat er nur etwas Schlechtes gegessen?
Nichts von alldem ist wahr.
Ich gehe runter und sehe, dass in den Sanitäranlagen draußen Licht brennt.
Ich gehe in die Küche in der ich Anna sehe. Sie frage ich was los sei.
Anna erwidert, das Jayantha sich lediglich die Zähne putze.
Was? Die Zähne putzt?
Ja!
Hier in Sri Lanka putzen sich die Menschen oft so die Zähne (und die Zunge), dass sie mit der Bürste so weit in den Rachen kommen, dass sie davon würgen müssen.
Wozu das gut sein soll, weiß ich nicht.
Aber das ist des Rätsel Lösung.
Und was sagt man dazu – Inzwischen habe ich mich schon fast daran gewöhnt.
Aber nur fast
Die Laute hören sich einfach grausam an…
Dann bleibt mir jetzt nichts anderes mehr zu sagen als:

Viele liebe Grüße aus Sri Lanka, eure Veronika

13.9.11 13:36


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