Veronika in Sri Lanka
Pläne und anderes

Hallo ihr Lieben,

ich habe einen Plan. Also noch nicht ganz, aber ich habe einen Plan um einen Plan zu machen.
Klingt kompliziert ist auch so…
Ich mache ein MTP. So ähnlich wie Vipassis PTTP – Preschoolteacher Trainingsprogramme. Nur wollen wir ja hier keine Kindergärtnerinnen (Preschoolteacher), sondern organisierte Manager haben.
Erklärung genug?
Und jetzt arbeite ich einen Plan aus, um mit Indrani und ach Amila durchzugehen, was sie für das Management beachten müssen.
Das einzige Problem für mich- meine geringe Erfahrung. Ich war höchstens mal Manager bei den Messdienern oder bei meiner KJG-Gruppenstunde, aber das kann man ja wirklich nicht so nennen und vergleichen geht auch nicht.
Also heute: Fachlektüre und die zusammenfassen, wie in der Schule

Nebenbei muss ich noch Englisch unterrichten.
Malani und Sriyanis Sohn, der ins Ausland will, wollen Englisch lernen.
Nur habe ich Indrani als Englischlehrerpartner oder Hilfslehrkraft oder so.
Und das endete ein wenig im Chaos, wie immer.
Indrani wollte zu viel auf einmal von ihnen. Und ohne Hilfsmittel wie eine Tafel ist unterrichten ungewohnt und schwierig. Ist halt doch nicht ganz wie Nachhilfe, weil ich ja auch nur einer Person auf einmal gegenüber saß und so konnte ich zur Not auf Papier und Stifte zurückgreifen.

Außerdem wurde ich heute als Model missbraucht oder so.
Anna hat heute endlich ihr fertiges Kleid bekommen (nach wiederum einigen Änderungen heute) aber jetzt habe ich wenigstens diesen Job erfolgreich abschließen können.
Und dann hat Liyanage mir versprochen, er will mir auch ein Kleid machen. Ich hab das erst mal als Scherz abgetan und ihm gesagt er soll erst mal weitermachen mit seiner eigentlichen Aufgabe. Aber eh ich mich versah hat er sein Maßband gezückt und ich wurde von Kopf bis Fuß vermessen. Natürlich musste ich dabei die ganze Zeit kichern und alles lief zur Belustigung der Arbeiterinnen ab, weswegen ich mich auch nicht mehr einkriegen konnte.
Und dann haben sie irgendwoher ein Kleid genommen und mich reingesteckt.
haha. Der Schnitt war zwar sehr schön, aber leider war meine Oberweite nicht geeignet für dieses Kleid. Nicht nur dass es mir oben rum einfach nicht passen konnte ich steckte dann auch erst mal fest, da sie unbedingt den Reisverschluss zumachen mussten und der ging zunächst nicht mehr auf.
Das war ein Spaß bis ich da wieder herauskam.

Ganz liebe, amüsierte Grüße aus Sri Lanka, eure Veronika

P.S.: Morgen hoffe ich euch von einigen noch schöneren Ereignissen als die heutigen berichten zu können und mal wieder ein wenig länger…

1.9.11 13:28


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Chandika und Achala laden ein….

 

 

Ja auch ich wurde eingeladen.
Eine Hochzeit. Oh wie sehr ich mich auf ein solches Ereignis gefreut habe.
Gut, wir waren nur auf der Party und die Zeremonie habe ich nicht mitbekommen.
Aber hey, was heißt hier nur!
Allein dass ich auf einer Hochzeitsparty war, war total toll!!!
Und vor allem konnte ich dadurch, dass wir erst mittags hin sind auch wieder ein wenig länger schlafen.
Das Bild von oben wurde übrigens als Dankeskarte verteilt. Hier gibt man sich immer so viel Mühe mit so etwas .
Dann lasse ich euch auch ein wenig an meinen Erlebnissen teilhaben:

Geheiratet haben Chandika und Achala und der Bräutigam ist der Sohn von Anoma. Anoma arbeitet bei uns im Batikhaus. Deshalb hat die Hochzeit nochmal etwas Persönlicheres.
Ich hoffe nur, dass ich die ganzen Informationen nicht durcheinanderwerfe.

Auf eine Hochzeit trägt man als Frau einen Sari leider habe ich keinen , aber in Hose und Bluse ging es auch, zumal durch das eher schlechte Wetter angenehme Temperaturen waren für eine lange Hose. Aber die anderen Frauen sahen sooo schön aus in ihren tollen Saris. Und erst die Braut und auch die Brautjungfern, wenn man die hier so nennen kann. Die Braut hatte zuerst einen weißen Sari an und war mit viel Gold behängt. Und erst der Haarschmuck. So wie oben auf dem Bild sah sie dann aus. Die Brautjungfern (oder so^^) hatten auch einen ganz tollen Haarschmuck. Und den Frauen hier steht ihr Gold auch soo gut durch die dunkle Hautfarbe. Bin fast neidisch, aber da ich Silber eh lieber mag, kann mir das ja egal sein. Haha. Übrigens, die Männer kamen meist im Anzug.

Wie gesagt, als wir ankamen war die Zeremonie bereits vorüber. Die Feierei oder besser gesagt die Völlerei begann. Denn das Buffet wurde eröffnet. Jedem Gast wurde außerdem noch ein kleines Präsent überreicht, als er sich seinen Teller nahm.
Und nach dem leckeren Rice und Curry Buffet gab es auch noch ein volles Dessertbuffet. Mit ganz viel leckerem Obst, Wattalapam (eine Mischung zwischen Pudding und Kuchen), Eis und Curd (eine Art Jogurt, aber NICHT zu empfehlen - zum Glück wusste ich das mit dem Curd schon vorher&hellip

Außer dem Essen habe ich nur Fotos gemacht und habe die Leute beobachtet oder der Musik gelauscht.
Aber auch schon das war durch die neuen Eindrücke eine durchaus spannende Beschäftigung.
Irgendwann wurde die Musik lauter und man bemerkte sie mehr. Einige Leute, das heißt hauptsächlich  Jungs, fingen an zu tanzen. Und zu was für einer Musik. Ich musste laut loslachen und den um mich Herumsitzenden erklären warum.
Ich versuche euch zu beschreiben was für ein Mix an Musik kam:
Als noch keine Tänzer da waren, war die Musik nur als Hintergrundgeräusch da. Es kam hauptsächlich Musik, die man als Volksmusik beschreiben kann. Im deutschen Sinn, nicht im traditionellen Sinn.
Die Lieder haben sich wie eine Mischung aus Kinderliedern, Klängen aus Hawaii und Gesang aus Sri Lanka angehört.
Und dann hat der Beat eingesetzt, die Musikrichtung änderte sich und durch die Lautstärke dominierte die Tanzmusik.
Es kamen merkwürdige Coverversionen von Urlaubsliedern, Remixe (Neumischungen) von Bollywoodsongs, aber auch von neuen westlichen Partyhits.
Jedes Mal wenn ich Lieder wie „ I´m in Miami, b****“ oder „Everybody dance now“ gehört habe musste ich gleichzeitig aufpassen, dass ich vom Lachen nicht vom Stuhl falle und  nicht aufspringe und mittanze.

Während getanzt wurde, wurde nochmal Kuchen ausgeteilt und Kalter Kaffee.
Nein in Sri Lanka kennen sie kein Spezi.
Es war wirklich eiskalter Kaffee.
Wie Eiskaffee ohne Eis.
Es war na ja, gewöhnungsbedürftig.

Dann war es Zeit für Braut und Bräutigam, die sich in der Zwischenzeit umgezogen hatten, zu gehen.
Ein letzter tanz, ein letztes Foto und dann ging es schon ab ins Auto und in die Flitterwochen. Und mit dem Verschwinden des Brautpaares war die Hochzeitsfeier vorbei.

Hier ist noch eine kleine Collage mit dem Brautpaar diesmal in rot, der Bräutigammutter Anoma, und ich mit einem Teil des Buffets im Hintergrund (und der Deko). Im Hintergrund der Collage ist der Platz an dem nicht nur Fotos vom frisch verheirateten Paar gemacht wurden, sondern so wie ich es verstanden hab auch die Trauung selbst stattgefunden hat.

 


 

Es war echt schön, auch wenn wir fast nur gegessen haben. Aber die Atmosphäre war toll und ich habe mich sehr amüsiert heute.
Ganz viele liebe Grüße, eure 

2.9.11 17:38


Ratlos

Hallo ihr Lieben,

Ich habe mich die letzten Tage schlau gemacht, was denn so alles wichtig ist fürs managen und so.
Weil ich das ja wie ich bereits einmal erwähnt habe nie so machen musste.
Aber im Internet gibt es eine sehr gute Website dazu.
Auch wenn sie auf Englisch war und ich mich durch den Text wirklich drucharbeiten musste. Es gab einfach einige unbekannte Wörter und Fachbegriffe, die ich erst nachschlagen musste. So war es aber auch nicht mehr allzu schwer alles auf Englisch zu erklären.

Deshalb habe ich mich heute mit Amila und Indrani hingesetzt und habe versucht ihnen das nochmal beizubringen.
Allerdings zweifel ich an dem Erfolg dieser Übung.
Ich bin hier im Moment ein wenig ratlos...

Ganz liebe Grüße, eure Veronika

3.9.11 15:01


Heute Abend bei Nuwan

Hallo ihr Lieben,

in ca. 1 1/2 Stunden werden ich wieder auf eine Hochzeit gehen.
Also eigentlich auf das "Homecoming",
wenn Braut und Bräutigam nach Hause kommen nach dem Honeymoon.

Ja und Nuwan, der wie unsere anderes Brautpaar am 2.September geheiratet hat, lädt uns ein zu kommen.
Dann gibts bestimmt wieder viel lecker essen.
Es soll wie eine zweite Hochzeitsfeier sein.

Während die Hochzeitsfeier von der Seite der Braut bezahlt wurde, wird nun alles vom Bräutigam und seiner Familie finanziert
Also alles fair hier in Sri Lanka... :D

Ich freue mich schon auf einen schönen Abend und hoffe euch dann noch ein wenig mehr darüber erzählen zu können später oder morgen früh dann.

Ich muss mich aber mal fertig machen.
Viele liebe Grüße aus Sri Lanka, eure Veronika

4.9.11 14:19


Schon von weitem sah man die Lichter und hörte die Musik...

Hallo ihr Lieben,

Also so gegen sieben Uhr sind wir heute zu Nuwans „homecoming“ Fest gefahren.
Ja nicht nur in Amerika gibt’s „homecomings“
Aber wie ich schon vorausgegriffen habe – hierbei handelt es sich um das Nachhausekommen des Brautpaares kurz nach der Hochzeit, das ein Fest mit sich bringt, das von der Seite des Bräutigams ausgerichtet wird.
Wir sind also um kurz nach 8 angekommen (nicht weil wir eine Stunde brauchen um hinzukommen, sondern weil wir dann doch erst gegen halb 8 losgekommen sind, wie nicht anders zu erwarten… ).

Und gerade noch rechtzeitig.
Die Braut und der Bräutigam waren gerade dabei Kerzen anzuzünden. Das ist eine Tradition hier, genauso wie der Begrüßungstrunk der kurz  danach gereicht wurde.
Und dabei wurden viele, viele, viele Fotos gemacht.
Hier eines von mir mit dem Paar:


Währenddessen wurden auch wieder Dankeskarten verteilt.
Ich finde die ja so hübsch immer.
Außerdem hat jeder einen Saft bekommen.
Ich bin da allerdings sehr vorsichtig.
Das hat folgenden Grund: Wir waren nicht in einem Hotel, wie das letzte Mal, sondern bei Nuwan zuhause, dort wo auch die Nähstätte ist.
Alles wird selbstgemacht und das nicht aus verschlossenen Flaschen, sondern mit Leitungswasser voll mit fremden Bakterien, die meinem Bauch nicht guttun…
Deshalb bin ich vorsichtig bei Getränken von Privatleuten.

Oh jetzt habe ich vor lauter Traditionen ganz zu vergessen zu beschreiben wie es bei Nuwan aussah.
Es war ein Haus-Hof- und Gartenfest auf Nuwans Grundstück.
als wir mit unserem Tuckuck angefahren kamen sah man schon von weiten die Lichterketten, die den Eingang schmückten. Davor viele Menschen  und die Frauen in ihren schönen Saris.
Im Hof saßen bei unserer Ankunft schon viele Menschen. Vor uns lag das Haupthaus, in dem wir einen Platz fanden und dem Brautpaar zusehen konnten, neben dem Eingang befand sich die Nähstätte, die für heute ausgeräumt war  und in der weitere Menschen saßen und das Buffet war.
Zwischen Nuwans Haus und der Nähstätte war ein offener Gang der zum „Garten“ führte. Etwas erhöht spielte eine Band im Armeedress.

Nach den erfolgreich durchlaufenen Traditionen und den Fotos mit Familie und Freunden, ging es ans Essen.
Wie gesagt, gab es ein leckeres Rice und Curry Buffet.
Die Überraschung des Tages war, dass Indrani sagte sie könne nicht mehr essen weil es ihr zu „spicy“, heißt zu scharf war, während ich es noch erträglich fand.
Das hat mich sehr amüsiert…
Gut ich musste auch zum Taschentuch greifen und mich schnäuzen, aber hey, das ist normal für das Essen hier. Es kann ja auch an der Hitze des Essens gelegen haben, dass meine Nase lief. Schließlich halte ich den Teller beim Essen hier so nah ans Gesicht wie nur möglich. Dann ist das Essen per Hand einfach einfacher und man verkleckert sich nicht so leicht. Sri Lanker beugen sich während dem Essen zum Teller hin, ich mache das nur andersherum

Und nach dem Essen habe ich mir eine doppelte Portion Vanilleeis gegönnt und mir war dabei egal was die Leute über mich haben denken können, weil ich mir ein zweites Mal Eis geholt habe – ich habe mich nur gefreut wie ein kleines Kind über dieses Eis.
Das war schön.
Nuwan hat mir dann noch ein Bier angeboten und ich war in so guter Stimmung, dass ich beim zweiten Nachfragen nicht Nein gesagt habe, sondern „JA, ich würde gerne mal verusuchen“.
Und dann mit dem Bier in der Hand habe ich mich so wohl gefühlt.
Und das lag definitiv nicht nur am ersten bisschen Alkohol seit Wochen, sondern weil ich mich so im Einklang war zwischen Deutsche sein und sich in Sri Lanka zu befinden.
Ich habe mich zuhause gefühlt auf dieser Party, weil, auch wenn die Leute andere sind, alles so wie Zuhause ist.
Als wir zurückgefahren sind mit dem Tucktuck habe ich mir gedacht, dass ich Sri Lanka doch schon vermissen werde.

Ganz viele liebe Grüße aus Sri Lanka von eurer Veronika

P.S.:
Ich würde euch zwar gerne noch die Tucktuckfahrt bei Nacht beschreiben, aber bei soviel Text kann ich euch nicht zumuten.
Außerdem will ich ja auch bald ins Bett.

4.9.11 20:05


Krankenhaus

Hallo ihr,

mein selbsterklärtes Ziel für heute war: Indrani zum Doktor zu bewegen.
Keine Sorge- mir geht es gut!!!
Aber vor dem Besuch beim Onkel Doktor drückt sie sich schon seit einiger Zeit.
Da das absolut nicht in Ordnung geht, habe ich jetzt das in die Hand genommen und ihr ein Ultimatum gestellt. Keine Ausreden, kein Herumdrücken und ohne Widerspruch  – heute geht’s zum Doktor.
Da Indrani noch Besuch von ihrem Sohn, seiner Frau und deren Tochter hatten, haben wir zumindest gewartet bis sie wieder nach Colombo gefahren sind.
In der Zwischenzeit wurde ich von Indranis Enkelin köstlich unterhalten.
Sie hat versucht sich die ganze Zeit mit mir zu unterhalten. Mit ungefähr 3 Jahren.
Ich habe immer ja oder nein gesagt oder auch mal „ayo“  - Oh mein Gott – das hat ihr als Antwort anscheinend gereicht. Falls mal jemand kam, der mir übersetzt hat, was die Kleine sagt, kam dann meist heraus, dass sie mir mitgeteilt hat, dass der Hund dreckig ist. Total witzig.
Den Hund, Knotar, hatten wir nicht lange zuvor auch wirklich gestreichelt gehabt. Und ja die Hunde hier sind verdammt dreckig!!! Einmal streicheln und man hat schwarze Hände. Das ist ehrlich so.

Am späten Nachmittag kam dann Lalith um uns abzuholen.
Malani, Indranis Freundin, ist auch noch mitgekommen.
Und dann sind wir endlich zum Doktor gefahren.
Als ob das so schwer war.
Die Untersuchung hat vielleicht 5 Minuten gedauert und dann hat Indrani ihr Rezept bekommen.
(Die Wartezeit war ca. 10 mal länger, als die Untersuchung selbst, also ganz normal&hellip

Ich wollte nur nicht krank werden in Sri Lanka und vor allem dann nicht für längere Zeit im Krankenhaus bleiben müssen.
Ich war ja schon einmal in einem Krankenhaus, allerdings in einem anderen als heute.
Ich brauchte nämlich noch eine Impfung. Heilfroh war ich ja da, weil die Spritzen so schön hygienisch verpackt sind und als alles desinfiziert wurde.
Sonst wäre ich da einfach ohne Impfung wieder raus spaziert.
Das Krankenhaus in dem wir heute waren kam mir noch älter vor als das andere und auch ein wenig unmoderner. Indrani hat mir gesagt der Bau sei ungefähr 10 Jahre alt, also er sei vor ungefähr 10 Jahren renoviert worden. Das Krankenhaus an sich ist über 70 Jahre alt und wird Stück für Stück saniert, anscheinend. Eine Baustelle habe ich natürlich nicht gesehen, also muss ich Indrani Glauben schenken oder eben nicht…
Alles sah aber braun und irgendwie schmutzig aus, oder zumindest alt. Wie aus den 70gern (auch die Einrichtung- vor allem die orangenen Plastikstühle für die Wartenden, die Überall aufgereiht waren)…
Ich glaube, dass die Instrumente der Ärzte schon steril und sauber sind, aber eben das Gebäude an sich nicht so.

Ganz liebe und gesunde Grüße von eurer Veronika in Sri Lanka.

5.9.11 17:54


Übers Interviewen

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich endlich wieder ein Interview gemacht.
ich muss echt aufpassen, dass ich das hier nicht vernachlässige.
Deshalb habe ich Indrani heute wieder dazu genötigt .
Und dann wäre es beinahe ausgefallen.
Bald habe ich alle Damen im Batikhaus interviewt. Mir fehlen nur noch 2 von ihnen.
Nur, beide waren heute verhindert. So ein Pech aber auch.

Die eine, Kanthi, die wir eigentlich interviewen wollten, hatte gerade heute eine wichtige Verabredung, weshalb sie auch den Tag nicht arbeiten war.
Das hatte Indrani dummerweise vergessen.
Die andere, die übrig blieb, war Anoma.
Die Anoma, dessen Sohn  geheiratet hat. Nur der hat bald (morgen oder übermorgen) sein „Homecoming“, das nun seine Seite der Familie ausrichten muss. Anoma ist also mit den Vorbereitungen für das „Homecoming“ beschäftigt.
Deshalb werde ich sie erst nach all dem Trubel interviewen. Das muss ja ehrlich nicht sein, dass ich dann komme und sie auch noch belästige. Sie hat bestimmt weder Zeit noch den Kopf für sowas im Moment.
Und da wir warten wollten, bis kurz vor Feierabend, dass nicht zu viel Arbeitszeit verloren geht, wenn wir zu der Arbeiterin nach Hause gehen, war es auch noch etwas spät obendrein…

Also wäre beinahe alles Interviewen ins Wasser gefallen.
Das hat mir so überhaupt nicht zugesagt.
Aber da kam mir die Idee und die Person in den Sinn, die wir im Moment nicht vom arbeiten abhalten, weil die Arbeiterinnen, die nähen oder die Spielzeuge herstellen haben erst so spät Feierabend.
Malani war meine Rettung.
Malani arbeitet zwar nur aushilfsweise mal mit, aber durch „auxilio venire  e.V.“ wurde ihr kleiner Laden (oder ihr Kiosk) gebaut, an dem ich täglich vorbeilaufe und der die Produkte etwas billiger und bezahlbarer an die Leute in der Umgebung verkauft.
Und ich finde, dass ich ihre Geschichte ebenso aufschreiben sollte.
Wir haben sie zuhause bei Indrani interviewt, deshalb habe ich jetzt noch keine Fotos von ihrem Zuhause gemcht und deshalb ist der Bericht nur halb fertig, aber das ist zumindest nicht mehr ganz so viel Arbeit.

Heute ist mir auch noch ein anderer Gedanke gekommen:
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie viele von unseren Arbeiterinnen doch auch aus Liebe heiraten konnten.
Als ich herkam habe ich viel darüber gelesen, dass es hier immer noch sein kann, dass die Eltern den Partner aussuchen. Bei den älteren Generationen sowieso.
Am Anfang meiner Interviewserie bin ich aber fast nur Liebesheiraten gestoßen und das hat mich sehr irritiert. Ich habe mir überlegt, ob ich die falsche Frage stelle und ich habe meine Fragetaktik auch etwas geändert, mit einem besseren  (=wirklich ehrlicheren) Resultat . Aber ich glaube, dass es auch nicht unbedingt an der falschen Frage lag.
Ich freue mich für die Frauen, weil  ich finde die Vorstellung nicht so toll in einer arrangierten Ehe zu landen. Deshalb bin ich sehr froh über meine Herkunft, über meine Erziehung und über die Gesellschaft aus der ich komme und in der eine arrangierte Ehe nicht mehr normal ist.

Liebe, frohe Grüße aus Sri Lanka von eurer Veronika.

6.9.11 16:46


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